Über uns

Die Idee stammt vom Nürnberger Architekten Günter Reichert, der 2012 die erste Asylothek in Nürnberg initiierte. Inzwischen sind deutschlandweit bereits 50 Asylotheken realisiert bzw. befinden sich im Aufbau. Im November 2015 öffnete nach dem Nürnberger Vorbild die erste Berliner Asylothek in einer Gemeinschaftsunterkunft in Berlin Weißensee/Pankow.

Screen Shot 2016-02-15 at 13.16.15Am 28. April 2016 wurde im Hangar 1 des ehemaligen Flughafens Tempelhof die 50. Asylothek in Deutschland, die zweite in Berlin, eröffnet. Dort leben zurzeit rund 1.700 Menschen auf jeweils 2.5 m2.

Die Asylothek, kurz für Asylbewerberheimbibliothek, soll ein Begegnungsorte für Sprachvermittlung und Wissenstransfer mit Blick auf den kulturellen und gesellschaftlichen Austausch von Erwachsenen und Kindern sein. Hier haben die Bewohner nicht nur Zugang zu Sprachbüchern und Informationen rund um Deutschland und Berlin, sondern können auch Bücher in ihrer Muttersprache ausleihen oder vor Ort lesen und lernen. Außerdem fungieren Asylotheken als lebendige Begegnungsorte, an denen Workshops stattfinden, gemeinsam gespielt und Musik gemacht wird. Wir engagieren uns für ein aufgeklärtes Miteinander aller Gruppen von Menschen und möchten einen Einstieg in den Alltag in Deutschland ermöglichen.

Zur Verfügung steht uns ein Raum, der von der Initiative THFwelcome im Rahmen eines Begegnungscafés/Kleiderkammer zu einem Ort ausgebaut wurde, an dem sich Bewohner und Bewohnerinnen, Ehrenamtliche und Berliner Nachbarn treffen können.

Das Gebäude stellte uns für den Aufbau der Asylothek vor besondere Herausforderungen: Die Denkmalschutzbestimmungen erlauben keine Eingriffe an Wänden, d.h. auch keine farbliche Gestaltung. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, nicht wie in anderen Asylotheken ausschließlich mit Sachspenden zu arbeiten, sondern ein eigenes bauliches Konzept zu entwickeln. Für die Umsetzung dieses Vorhabens sammelte das Projekt Geld, so dass wir in Kooperation mit Geflüchteten ein variables Regalsystem herstellen konnten, mit dem sich der Raum optimal bespielen lässt.

Die sechs Bücherkuben auf Rädern lassen sich so zusammen schieben, dass Bücher und Medien optimal geschützt sind. Es ergibt sich eine geschlossene Fläche, die gestaltet werden oder als Ausstellungsfläche genutzt werden kann. Zwei fest installierte Kuben fungieren als Schwarzes Brett, Stauraum und PC Terminal zur Nutzung von Online-Angeboten und elektronischen Medien. Da auch an der Decke aus Denkmalschutzgründen nichts installiert werden kann, wurde ein Deckenspiegel zur Aufnahme der Lichtinstallation, Projektor und Verkabelung gebaut. Planung, Bauleitung und Umsetzung erfolgte durch das Atelier 36, vertreten durch Annette Kreimeier.